Bäderplan GüterslohZoom Button

Foto: Anastasia Ankudinova, Informationen zu Creative Commons (CC) Lizenzen, für Pressemeldungen ist der Herausgeber verantwortlich, die Quelle ist der Herausgeber

Bäderplan Gütersloh

Bäderplan Gütersloh

  • Ein radikaler Vorschlag für eine neue Bäderlandschaft: Zwei Becken im Nordbad abreißen, das Parkbad neu ausrichten, vorhandene Angebote endlich vernünftig vermarkten – und Schluss machen mit dem jahrelangen Rumgeeiere.

#Gütersloh, 24. September 2026

Gütersloh diskutiert über seine #Bäder. Über #Sanierungen, #Schäden, #Kosten, #Zuständigkeiten und die Frage, ob der #Sprungturm im #Nordbad irgendwann wieder geöffnet werden kann. Ob vielleicht das »#Planschbecken« im #Parkbad irgendwann einmal saniert werden kann. Ob ein #Autoscooter als #Pavillon eine gute Idee ist oder nicht. Ob ein denkmalgeschütztes, historisches Freizeitbad zum #Ballermann wird, oder nicht. Was dabei zu kurz kommt, ist die grundsätzliche Frage: Wie soll die Gütersloher Bäderlandschaft künftig überhaupt aussehen?

Hier ist ein #Vorschlag. Kein fertiges #Konzept, kein #Gutachten, kein verbindlicher #Maßnahmenkatalog. Sondern ein #Diskussionspapier, an dem man sich orientieren, das man prüfen, verändern oder auch verwerfen kann. Immerhin beschreibt es ein Ziel – statt sich weiter von einer Einzelentscheidung zur nächsten zu hangeln.

Der #Ausgangspunkt ist einfach: Nicht jedes #Bad muss alles bieten. Gütersloh verfügt über mehrere Standorte mit unterschiedlichen Möglichkeiten. Warum also nicht die Aufgaben klar verteilen, die vorhandenen Anlagen gezielt entwickeln und endlich auch entsprechend vermarkten?

1. #Wapelbad: #Freizeitort statt #Badeanstalt

Das Wapelbad ist in diesem Plan kein Bestandteil der eigentlichen Schwimmbadversorgung. Es ist ein Freizeitort, ein Treffpunkt und eine Open Air Eventlocation. Zum Beispiel mit den beliebten und etablierten »#Wapelbeats«.

Hier geht es um #Aufenthaltsqualität, #Gastronomie, #Veranstaltungen und das besondere Ambiente des Geländes. Das Wapelbad muss nicht daran gemessen werden, ob man dort baden kann. Was man nicht kann. Das einzig Katastrophale ist hier die Parksituation. Sogar für Fahrräder.

2. #Parkbad: Endlich entscheiden, was es sein soll

Beim Parkbad steht eine Grundsatzentscheidung an: Soll es sich weiter in Richtung kommerzieller Freizeitbetrieb und Veranstaltungsbetrieb entwickeln? Oder soll es als historischer Ort bewahrt und als gepflegtes, #familienfreundliches #Bad gestaltet werden?

Der Vorschlag ist die zweite Variante: ein kostenlos zugängliches #Familienbad mit #Planschbecken, gepflegtem Gelände und kleiner #Gastronomie. Ein Ort, an dem Familien mit kleinen Kindern unkompliziert Zeit verbringen können. Die denkmalpflegerische Qualität des Parkbads wäre dabei nicht bloß #Kulisse, sondern Teil des Konzepts.

Dazu muss die #Stadt allerdings festlegen, was sie mit dem Parkbad erreichen will. Es genügt nicht, das Gelände zu verpachten und seine Entwicklung anschließend weitgehend dem jeweiligen Betreiber zu überlassen. Ein Pachtvertrag kann den Betrieb regeln. Die Frage, welche öffentliche Funktion dieser besondere Ort erfüllen soll, muss zuvor beantwortet werden.

Wer eine andere Ausrichtung bevorzugt, kann dafür argumentieren. Aber die Stadt sollte sich entscheiden – und die Entscheidung anschließend konsequent umsetzen.

Freilich: Der zweite Vorschlag ist nicht hinreichend monetarisierbar. Und das war seinerzeit auch das Problem der #ASH. Ein Idee könnte also die sein, das Parkbad in den #LWL zu integrieren. Beispielsweise als »LWL Freizeitmuseum Parkbad Gütersloh« – mit Freizeitbetrieb. 

3. Die »#Welle«: Ein #Spaßbad, das man auch als solches erkennen muss

Die »Welle« ist das #Freizeitbad und #Erlebnisbad in diesem Plan. Sie verfügt über ein Angebot, das über das reine Bahnenziehen hinausgeht, und wurde in jüngerer Zeit saniert. Umso wichtiger ist die Frage, wie die vorhandene Anlage genutzt und nach außen präsentiert wird.

Die Vermarktung der »Welle« überzeugt nicht. Für ein Freizeitbad müsste viel deutlicher sichtbar sein, warum Familien, Jugendliche oder Besucher aus dem Umland ausgerechnet hierherkommen sollten. Was kann man erleben? Was unterscheidet die Welle von anderen Bädern? Welche Angebote gibt es für welche Zielgruppen?

Das sind keine Fragen, die sich mit gelegentlichen Veranstaltungshinweisen beantworten lassen. Es braucht eine erkennbare Positionierung, überzeugende Bilder, verständliche Informationen und eine kontinuierliche Ansprache potenzieller Besucher. Ein professionelles Marketing – auch über die Stadtgrenzen hinaus mit Strahlkraft in ganz OWL.

Bevor man über immer neue Investitionen spricht, sollte man die vorhandene Anlage so präsentieren, dass Menschen überhaupt Lust bekommen, sie zu besuchen.

4. #Nordbad #Hallenbad: Das unsichtbare Angebot sichtbarmachen

Auch das Hallenbad im Nordbad hat eine klare Funktion: #Schwimmen, #Schwimmsport, #Schulschwimmen, #Kurse und regelmäßige Bewegung im Wasser.

Nur: Als eigenständiges Angebot ist es in der öffentlichen Wahrnehmung viel zu wenig präsent.

Wer kann dort wann schwimmen? Welche Möglichkeiten gibt es für Anfänger, Familien oder Menschen, die regelmäßig ihre Bahnen ziehen möchten? Welche Kurse und Nutzungszeiten werden angeboten?

Ein Hallenbad muss kein Erlebnisbad sein. Es muss aber für seine jeweiligen Zielgruppen gut auffindbar, verständlich und attraktiv präsentiert werden.

Vermarktung bedeutet eben nicht, jedem Bad dieselbe Werbebotschaft überzustülpen. Sie bedeutet, für jeden Standort die Menschen anzusprechen, für die sein Angebot gedacht ist.

5. Nordbad #Freibad: Zwei Becken weg. Schluss.

Jetzt wird es radikal.

Seit Jahren wird über den Zustand des Nordbads diskutiert. Zuletzt stand der gesperrte #Sprungturm im Mittelpunkt. Wieder geht es um Sanierungsmöglichkeiten, Kosten und die Frage, wie lange eine instand gesetzte Anlage anschließend noch genutzt werden könnte.

Der Vorschlag lautet: #Springerbecken und #Nichtschwimmerbecken abreißen, verfüllen und aufgeben. Keine weitere #Sanierungsdebatte über diese beiden Becken.

Das Nordbad Freibad konzentriert sich künftig auf das verbleibende große Schwimmbecken. Nicht mehr benötigte Teile des Geländes werden abgetrennt und einer neuen Nutzung zugeführt. Ob und in welchem Umfang dort eine Bebauung möglich und sinnvoll wäre, müsste geprüft werden.

Natürlich verändert das den Charakter des Nordbads. Genau darum geht es: nicht den bisherigen Zustand um jeden Preis konservieren, sondern die Anlage für die Zukunft neu ordnen.

Und wo sollen die #Kinder planschen?

Im #Parkbad. Genau dafür wäre das dort vorgesehene Planschbecken da.

Schwimmenlernen muss ebenfalls nicht zwingend in einem separaten Nichtschwimmerbecken des Nordbad Freibads stattfinden. Dafür kommen das Hallenbad, die »Welle« und – sofern Wassertiefe und Ausstattung es zulassen – geeignete Bereiche des verbleibenden großen Beckens infrage.

Ob die vorhandenen Kapazitäten dafür ausreichen und welche Anpassungen nötig wären, gehört zur Prüfung dieses Vorschlags. Aber die Frage nach dem Schwimmenlernen ist kein Argument dafür, jedes bestehende Becken an jedem Standort auf Dauer erhalten zu müssen.

Eine #Großstadt ohne #Sprungturm?

Natürlich ist es peinlich, wenn eine #Großstadt wie Gütersloh keinen Sprungturm mehr hat. Aber seien wir ehrlich: Wir haben schon jetzt keinen nutzbaren Sprungturm. Wir haben einen gesperrten.

Dann lieber eine klare Entscheidung treffen, das Becken zurückbauen und das Nordbad neu ordnen, statt den Stillstand auf Jahre zum Konzept zu erklären.

Wenn Gütersloh irgendwann wieder einen Sprungturm will und finanzieren kann, baut man einen neuen – mit einem neuen Springerbecken. Bei der Neuordnung des Geländes könnte man diese Möglichkeit von Anfang an berücksichtigen.

Ein späterer Neubau wäre dann eine bewusste Entscheidung für ein neues Angebot und nicht die nächste Runde einer endlosen #Reparaturdebatte.

6. Ein #Bäderplan braucht auch einen #Vermarktungsplan

Was bei der Diskussion über Gebäude, Becken und Technik regelmäßig untergeht: Die Stadt hat nicht nur Anlagen zu betreiben. Sie muss deren Angebote auch sichtbarmachen.

Das Wapelbad als Freizeit und Veranstaltungsort. Das Parkbad als historisches Familienbad. Die »Welle« als Erlebnisbad. Das Nordbad Hallenbad als Ort für Schwimmsport, Kurse und regelmäßiges Schwimmen. Das verkleinerte Nordbad Freibad als sommerliches Angebot für alle, die draußen schwimmen möchten.

Fünf Standorte beziehungsweise Angebote, fünf erkennbare Profile.

Daraus ließe sich eine gemeinsame Vermarktung entwickeln, bei der jedes Bad seine eigene Identität behält. Mit einer übersichtlichen Darstellung der Angebote, guten Bildern, klaren Informationen zu Öffnungszeiten und Nutzungsmöglichkeiten sowie einer Ansprache, die über das bloße Veröffentlichen von Mitteilungen hinausgeht.

Wer über die Wirtschaftlichkeit der Bäder spricht, sollte nicht nur auf die Ausgabenseite schauen. Er sollte auch fragen, ob die vorhandenen Angebote ausreichend bekannt sind und ihr Besucherpotenzial tatsächlich ausgeschöpft wird.

7. Ein Vorschlag ist noch kein Konzept. Aber ein Anfang.

Dieser Bäderplan ist ausdrücklich kein fertiges Konzept. Es fehlen technische Prüfungen, Kostenberechnungen, Bedarfsanalysen und Antworten auf zahlreiche Detailfragen. Die wären im nächsten Schritt zu erarbeiten.

Man kann meinen Vorschlag gut finden oder schlecht. Man kann einzelne Punkte übernehmen und andere verwerfen. Man kann auch zu dem Ergebnis kommen, dass die beiden Becken im Nordbad erhalten bleiben sollen. Dann sollte man allerdings sagen, welche Funktionen sie künftig erfüllen sollen, was das kosten darf und wie sich diese Entscheidung in eine Gesamtplanung einfügt.

Was nicht weiterhilft, ist das jahrelange #Rumgeeiere von einer #Sanierungsfrage zur nächsten.

Gütersloh braucht eine Vorstellung davon, welche Bäder die Stadt künftig haben will, für wen sie da sein sollen und wie sie betrieben und vermarktet werden können. Erst daraus ergeben sich sinnvolle Entscheidungen über Investitionen, Rückbau und neue Nutzungen.

Und genau hier stellt sich auch die Frage nach der politischen Führung. Warum kommt ein solcher grundlegender Entwurf nicht aus dem Rathaus? Warum wird die Debatte nicht mit einer klaren Zielvorstellung eröffnet, über die #Rat und #Öffentlichkeit anschließend diskutieren können?

Ein #Bürgermeister muss nicht persönlich Becken planen oder Sanierungskosten berechnen. Aber von der Stadtspitze darf man erwarten, dass sie eine Richtung zur Diskussion stellt und Entscheidungen voranbringt.

Hier ist eine Richtung. Radikal, unvollständig, diskussionswürdig. Aber wenigstens eine, über die man konkret sprechen kann und die ein mögliches Ziel definiert.

#NOW #N #KWS #ROSA #OWL #GT #GGC #GOGREENCHALLENGE #VISITGÜTERSLOH #VISITGT #NIEWIEDERISTJETZT #MARIECHENMARKT

  HOME     IMPRESSUM     DATENSCHUTZ  
Gütsel Skyline
NOW Magazine Ampersand + SEO Gütersloh