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NOW Kommentar: Verharmlosung und Verklärung der DDR

#NOW #Kommentar: Verharmlosung und #Verklärung der DDR

#Gütersloh, 13. August 2026

Wolfram Weimer warnt aktuell zum 65. Jahrestag des Mauerbaus vor einer Verharmlosung und Verklärung der DDR. Er hat recht. Freilich bleiben dabei 2 Aspekte weitgehend unerwähnt, ohne die man kaum verstehen kann, wie die #SED #Diktatur überhaupt funktionieren und sich über Jahrzehnte halten konnte.

Der erste ist die systematische Zerstörung von Vertrauen

Die DDR war nicht nur ein Staat mit #Mauer, #Grenztruppen, #Gefängnissen und einer politischen #Geheimpolizei. Sie war ein #Staat, in dem der einzelne Bürger niemals mit Sicherheit wissen konnte, wer über ihn berichtete. #Kollegen konnten Kollegen #beobachten, Nachbarn ihre Nachbarn, Freunde ihre Freunde – selbst Ehepartner und Familienangehörige konnten als Inoffizielle Mitarbeiter des »Ministeriums für #Staatssicherheit« (#MFS), der sogenannten »#Stasi« tätig sein.

Entscheidend ist dabei nicht einmal, ob tatsächlich hinter jedem Nachbarn ein #Spitzel steckte. Entscheidend ist die Wirkung eines Systems, in dem man damit rechnen musste.

Denn damit verlagert sich die staatliche #Repression gewissermaßen in die Köpfe der Menschen. Wer nicht weiß, wem er vertrauen kann, überlegt sich, was er sagt. Wer nicht weiß, was ein Kollege weiterträgt, schweigt lieber. Wer #Nachteile für Studium, Beruf oder Familie befürchten muss, passt sich möglicherweise schon an, bevor überhaupt ein staatlicher Funktionär eingreifen muss.

Die #Angst vor #Überwachung wird damit selbst zum #Herrschaftsinstrument.

Noch erschreckender waren die sogenannten »#Zersetzungsmaßnahmen« des »Ministeriums für Staatssicherheit«. Der Begriff klingt heute beinahe abstrakt. Dahinter stand jedoch eine systematische Methode psychologischer Repression.

Menschen sollten nicht unbedingt verhaftet werden. Sie sollten diskreditiert, isoliert, verunsichert und gesellschaftlich beschädigt werden. Das MFS plante Maßnahmen, mit denen das Ansehen eines Menschen zerstört, berufliche und gesellschaftliche Misserfolge organisiert, Beziehungen belastet und das Selbstvertrauen der Betroffenen untergraben werden sollten.

Das Perfide daran: Der Staat sollte möglichst unsichtbar bleiben.

Wer verhaftet wird, weiß wenigstens, dass der #Staat gegen ihn vorgeht. Wer dagegen seinen Arbeitsplatz verliert, dessen Freundschaften zerbrechen, über den plötzlich Gerüchte kursieren oder der scheinbar eine Kette unerklärlicher persönlicher und beruflicher Misserfolge erlebt, erkennt möglicherweise nicht einmal, dass diese Ereignisse gezielt herbeigeführt wurden. Das ging bis hin zu »zufälligen« Einbrüchen in die heimische Garage und zerstochenen Reifen und ständigen »Sticheleien«.

Genau darin lag der Zweck der Zersetzung: Der politische Gegner sollte nicht zum öffentlich sichtbaren Märtyrer gemacht werden. Er sollte vielmehr an sich selbst und seiner #Umwelt zweifeln, #gesellschaftlich #isoliert und schließlich handlungsunfähig werden.

Das ist ein entscheidender Punkt, wenn heute über eine angeblich doch gar nicht so schlimme DDR gesprochen wird.

Natürlich bestand auch das Leben in der DDR aus #Arbeit, #Familie, #Urlaub, #Freundschaften, #Sport, #Kultur, #Kindergeburtstagen und ganz gewöhnlichem #Alltag. Menschen konnten dort glücklich sein, sich verlieben, Freundschaften schließen und ein erfülltes Leben führen. Das bestreitet niemand.

Aber daraus folgt nichts über die Qualität des politischen Systems.

Eine Diktatur wird nicht dadurch zur #Demokratie, dass Menschen in ihr auch glückliche Tage hatten.

Gerade darin liegt eine der häufigsten Formen der DDR Verklärung: Persönliche Erinnerungen an das eigene Leben werden mit einer Bewertung des Staates verwechselt. »Meine Kindheit war schön« ist eine vollkommen legitime Erinnerung. »Also war die DDR nicht so schlimm« ist dagegen ein Fehlschluss.

Die entscheidende Frage lautet nicht, ob man in der DDR glücklich leben konnte. Die entscheidende Frage lautet, was geschah, wenn jemand von der vorgesehenen politischen Linie abwich, das Land verlassen wollte, öffentlich widersprach oder sich der staatlichen Kontrolle entzog.

Dann zeigte der Staat sein anderes Gesicht.

Die Berliner Mauer war deshalb nicht das eigentliche Wesen der DDR Diktatur. Sie war ihr sichtbarstes #Bauwerk. Dahinter stand ein wesentlich umfassenderes #Herrschaftssystem: politische Kontrolle, Einschränkung elementarer Freiheitsrechte, #Überwachung, gegenseitiges Misstrauen und – wo es aus Sicht des Regimes erforderlich erschien – die gezielte Zerstörung gesellschaftlicher und persönlicher Existenz.

Wer über die DDR spricht, sollte deshalb nicht nur über #Beton, #Stacheldraht und #Grenzsoldaten sprechen.

Man muss auch darüber sprechen, was eine Diktatur mit einer Gesellschaft macht, wenn sie das Vertrauen zwischen Menschen zum #Sicherheitsrisiko erklärt.

Und was sie mit einzelnen Menschen macht, wenn sie nicht nur deren Handlungen bekämpft, sondern versucht, ihre Persönlichkeit, ihre Beziehungen und ihre gesellschaftliche Existenz zu »zersetzen«.

#NOW #N #KWS #ROSA #OWL #GT #GGC #GOGREENCHALLENGE #VISITGÜTERSLOH #VISITGT #NIEWIEDERISTJETZT #MARIECHENMARKT

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