

Rolf Dindorf, Unternehmensberater Führung und Entscheidungsfähigkeit, Mittelstand und Verwaltung., Informationen zu Creative Commons (CC) Lizenzen, für Pressemeldungen ist der Herausgeber verantwortlich, die Quelle ist der Herausgeber
Kommunale Unternehmen: Warum gute Vorlagen oft keine Entscheidung bringen
Kommunale Unternehmen: Warum gute #Vorlagen oft keine #Entscheidung bringen
#Kaiserslautern, 30. Juli 2026
Die Zahlen liegen auf dem Tisch. Die #Wirtschaftlichkeitsberechnung ist geprüft, die Finanzierung geklärt und die #Geschäftsführung empfiehlt die #Investition. Trotzdem endet die #Aufsichtsratssitzung erneut ohne Beschluss. Die Entscheidung wird vertagt – zum 3. Mal.
Für den Kaiserslauterer Unternehmensberater Rolf Dindorf ist das kein ungewöhnliches Bild. »Viele glauben, eine #Investition werde vertagt, weil Informationen fehlen«, sagt er. »In der Praxis liegt das Problem oft ganz woanders.«
Wenn #Vertagen einfacher ist als #Entscheiden
Gerade in kommunalen Unternehmen beobachtet Dindorf ähnliche Entscheidungsprozesse in unterschiedlichen Konstellationen. Fachlich ausgereifte Vorlagen werden von Sitzung zu Sitzung verschoben. Neue Erkenntnisse gibt es kaum. Dennoch werden dieselben Fragen erneut gestellt.
»Die Geschäftsführung feilt an der Vorlage weiter«, so Dindorf. »Dabei hat das längst nichts mehr mit der Qualität der Entscheidung zu tun. Es geht um ihre Folgen.«
In vielen #Stadtwerken, #Eigenbetrieben und kommunalen Gesellschaften trifft der Aufsichtsrat die formale Entscheidung. Politisch werden die Folgen jedoch häufig dem Aufsichtsratsvorsitzenden oder den kommunalen Verantwortungsträgern zugerechnet – eine Spannung, über die in den Sitzungen selten offen gesprochen wird.
Die eigentliche Frage lautet: Wer trägt die Folgen?
Nach Ansicht des Unternehmensberaters scheitern solche Entscheidungen selten an unklaren Zuständigkeiten. Viel häufiger bleibt offen, wer für die Konsequenzen einer Zustimmung oder Ablehnung öffentlich geradestehen muss.
»Eine Vertagung vermeidet zunächst beides«, erklärt Dindorf. »Sie vermeidet die Verantwortung für ein Ja ebenso wie für ein Nein.«
Viele Aufsichtsräte kennen die Folge: Entscheidungen werden selten abgelehnt – stattdessen wiederholt sich die Vertagung. Die Diskussion dreht sich um Zahlen und Details, obwohl der eigentliche Konflikt an anderer Stelle liegt.
Das Muster gibt es auch im #Mittelstand
Dindorf sieht dieses Phänomen keineswegs auf kommunale Unternehmen beschränkt. Ähnliche Situationen entstehen auch in mittelständischen Betrieben, wenn operative Geschäftsführung und Gesellschafter unterschiedliche Rollen und Verantwortlichkeiten haben.
»Sobald unklar bleibt, wer die Folgen einer Entscheidung trägt, verliert selbst die beste Vorlage an Überzeugungskraft«, sagt der Unternehmensberater.
Verantwortung entscheidet, nicht die Vorlage
Aus Sicht Dindorfs beginnt die Lösung deshalb nicht mit einer weiteren Überarbeitung der Unterlagen.
»Die entscheidende Frage lautet nicht: Sind die Zahlen vollständig? Sondern: Wer ist bereit, die Folgen dieser Entscheidung zu tragen?«
Wer diese Frage offen bespricht, verändert häufig mehr als eine weitere Präsentation oder zusätzliche Berechnung. Denn viele vertagte Entscheidungen sind kein Zeichen mangelnder Vorbereitung, sondern Ausdruck einer ungeklärten Verantwortungskultur.
Rolf Dindorf – Unternehmensberatung Führung und Entscheidungsfähigkeit, Mittelstand und Verwaltung
Rolf Dindorf ist #Unternehmensberater für #Führung und #Entscheidungsfähigkeit. Er begleitet Verwaltungen, kommunale Unternehmen und den Mittelstand bei der Klärung von Entscheidungsstrukturen und Verantwortlichkeiten – unter anderem im Rahmen von Führungsklausuren. Grundlage seiner Arbeit ist das »#GILT« Prinzip zur Klärung von #Geltung, #Instanz, #Last und #Tragkraft von Entscheidungen. Mehr …
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