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KWS Lectures: Das Smartphone ist kein Gerät mehr
#KWS #Lectures: Das #Smartphone ist kein #Gerät mehr
#Gütersloh, 17. Mai 2026
Früher sprach man von „#Medien“. Heute tragen wir eines permanent in der #Hosentasche. Das Smartphone ist längst nicht mehr einfach ein technisches #Gerät. Es ist auch kein bloßes Kommunikationsmittel mehr. Und vielleicht liegt genau darin die eigentliche gesellschaftliche Veränderung unserer Zeit.
Denn das Smartphone hat nahezu alle früher getrennten Systeme in sich aufgesogen: #Telefon, #Kamera, #Fernseher, #Zeitung, #Radio, #Stadtplan, #Lexikon, #Musikanlage, #Einkaufszentrum, #Navigationsgerät, #Bankkarte, #Videothek, #Messenger, #Terminkalender, #Spielkonsole, #Briefkasten, #Büro, #Bühne zur #Selbstdarstellung und wer weiß was noch – hinzu kommen zahllose Apps.
Frühere Medien hatten noch klare Orte und Grenzen.
Der #Fernseher stand im #Wohnzimmer.
Der #Computer im #Arbeitszimmer.
Das #Telefon hing an der #Wand.
Die #Zeitung lag auf dem #Tisch.
Das Smartphone dagegen ist permanent dabei.
Permanent #online.
Permanent #aktiv.
Permanent #sozial »verbunden«.
Es begleitet den Alltag nicht mehr – es strukturiert ihn. Und vielleicht erklärt das auch, warum sich #Kommunikation, #Aufmerksamkeit und gesellschaftliches #Verhalten spürbar verändert haben. Denn dieses Medium überträgt nicht nur Inhalte. Es erzeugt eigene Denkformen und Wahrnehmungsformen (vergleiche Marshall McLuhan und Neil Postman).
Das Smartphone bevorzugt #Geschwindigkeit statt #Tiefe. #Reaktion statt #Reflexion. #Emotion statt #Distanz. #Sichtbarkeit statt #Substanz. Kurzfristige #Aufmerksamkeit statt langfristiger #Konzentration.
Hinzu kommt: Das Smartphone ist psychologisch extrem niedrigschwellig. Menschen, die sich mit klassischen Computern oft schwertun, können Smartphones problemlos bedienen. Nicht unbedingt, weil die Technik einfacher wäre – sondern weil sie emotional optimiert wurde. Der klassische Computer wirkte wie ein Werkzeug. Das Smartphone wirkt wie ein sozialer Raum.
Es belohnt permanent Aufmerksamkeit, Interaktion, Bestätigung, Sichtbarkeit und emotionale Reaktion. Und genau deshalb verschwindet das Medium scheinbar aus dem #Bewusstsein. Das Smartphone fühlt sich für viele Menschen nicht mehr wie Technik an, sondern wie eine Erweiterung des eigenen Lebens. Vielleicht ist das der eigentliche historische Bruch: Früher benutzten Menschen Medien. Heute leben sie innerhalb eines Mediums.
Das Medium ist nicht mehr nur die Botschaft (Marshall #McLuhan), das Medium ist das #Leben.
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