

Die Rückkehr der Konfrontationslogik: Installation »Ironie des Schicksals«. Foto: Bernd Reiter, Informationen zu Creative Commons (CC) Lizenzen, für Pressemeldungen ist der Herausgeber verantwortlich, die Quelle ist der Herausgeber
»NordArt 2026« – Bernd Reiter zeigt »Ironie des Schicksals«, 6. Juni bis 4. Oktober 2026
»NordArt 2026« – Bernd Reiter zeigt »Ironie des Schicksals«, 6. Juni bis 4. Oktober 2026
- Mahnmal der Gegenwart: Kölner Künstler Bernd Reiter zeigt »Ironie des Schicksals« – eine monumentale Installation über Macht und politische Gewalt – »Die Menschen lernen nicht aus dem Schicksal der Vergangenheit«, Bernd Reiter
#Düsseldorf, 12. Mai 2026
Eine MIG 21 »#Fishbed«, legendärer #Überschall #Kampfjet der #Sowjetunion, trifft auf 2 rabenschwarze amerikanische #Straßenkreuzer: einen #Cadillac und ein #Oldsmobile. 40 schwarze TV Flachbildschirme schneiden sich wie messerscharfe Schrapnells in die Oberflächen des Abfangjägers und der beiden amerikanischen Limousinen. Was zunächst wie ein dramatischer Zusammenprall wirkt, verdichtet sich bei näherer Betrachtung zu einem Bild politischer Machtverhältnisse: #Ost und #West, militärische #Drohung und zivile Repräsentation, historische Blockbildung und gegenwärtige Eskalation geraten ineinander. Die großformatige #Multimedia #Installation »Ironie des Schicksals« des Kölner Künstlers Bernd Reiter, die als Sonderprojekt auf der »NordArt 2026« in Schleswig Holstein gezeigt wird, reflektiert die tragischen Auswirkungen globaler #Machtkämpfe.
Auf den Bildschirmen zu sehen: Bewegtbilder aus dem #Ukraine Krieg mit Kampf, Zerstörung und Leid, die die Installation in die Jetztzeit katapultieren, sowie politische Bilder jener Machtblöcke, die diesen #Krieg prägen – mit Bildern zu scheinbar endlosen Sequenzen verdichtet. Der Künstler stellt dabei nicht einzelne Personen in den Vordergrund. Er richtet den Blick stattdessen auf die größeren Kräfte dahinter: auf die Logik der Großmächte, auf die Wiederkehr von Drohung, Abschreckung, Einflusszonen und medialer Selbstinszenierung.
Mit seiner monumentalen Installation »Ironie des Schicksals« (530 mal 810 mal 1.550 Zentimeter) präsentiert Bernd #Reiter sein zentrales Thema »#Macht« nicht abstrakt, sondern durch reale Gegenstände: ein ausrangierter #Düsenjäger, schwere #Limousinen, #Stahl, #Schrott, flimmernde Monitore mit dokumentarischem Bildmaterial, Sandsäcke, Panzersperren und die ukrainische #Nationalflagge, die die Arbeit in der Gegenwart verankert. Die Installation illustriert keinen Konflikt, sondern macht ihn physisch erfahrbar und beinhaltet darüber hinaus einen medienreflektierenden Ansatz.
Die amerikanischen #Luxusautos und die MIG 21 verweisen nicht nur auf den längst beigelegt geglaubten Kalten Krieg zwischen Machtblöcken, zwischen Ost und West, zwischen #Autokratie und #Demokratie – zwischen unterschiedlichen Systemen. Sie verweisen auf eine erneute Realität der Stellvertreterlogik und der Eskalation: Stellvertreterkriege, von der Ukraine bis in den Nahen Osten, fordern weiterhin zivile Opfer, während Bilder sie zugleich entgrenzen und abstumpfen.
»›Ironie des Schicksals‹ ist kein historisches Tableau, sondern eine Installation, die sich an der Gegenwart neu justiert«, so der Künstler. Die Arbeit entstand 2016 und wurde unter dem Eindruck des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine fortgeschrieben und auf die Aktualität des Ukrainekriegs neu kuratiert. Bernd Reiter konstatiert: »Der bewaffnete Konflikt ist nicht weit weg, er hat Europa erreicht, politisch, medial und moralisch.«
»Die Menschen lernen nicht aus dem Schicksal der Vergangenheit«
So ist die Installation nicht als bloße Provokation, sondern als Aufruf zu begreifen. Reiter erklärt: »Ich verstehe meine Werke als Einsprüche, Proteste, Mahnungen und vor allen Dingen als Fragezeichen. Was sehen wir? Was lassen wir zu? Wie reden wir darüber?«
Bernd Reiter, 1948 in #Köln geboren, arbeitet seit Jahrzehnten als Künstler mit Skulptur, Installation, Malerei und raumgreifenden Assemblagen. Seine Werke verbinden industrielle Materialien, Readymades und mediale Elemente mit gesellschaftlichen Themen. Wiederkehrend geht es um Macht, Verantwortung und die Frage, wie Kunst in politische und moralische Gegenwart eingreifen kann. Er steht fest in der Tradition avantgardistischer Künstler, die ein Verantwortungsbewusstsein beziehungsweise eine Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft empfinden. Für ihn ist Kunst untrennbar vom Leben, wie auch das Leben untrennbar von der Kunst ist. Doch Reiter gibt sich nicht damit zufrieden, der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten, sondern nutzt seine #Kunst, nutzt die Provokation und Agitation, um die Gesellschaft – unsere Gesellschaft – wachzurütteln. Reiter lebt und arbeitet in Köln. Mehr …
»NordArt 2026«
Die internationale Kunstausstellung »NordArt 2026« findet vom 6. Juni bis zum 4. Oktober 2026 statt. Jeden Sommer wird die historische #Eisengießerei #Carlshütte in #Schleswig #Holstein zur Bühne für eine der größten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst in #Europa. Mehr als 100.000 Besucher erleben hier Kunst aus aller Welt in einer imposanten industriellen Kulisse. Jährlich werden aus rund 3.000 internationalen Bewerbungen etwa 200 #Künstler ausgewählt, deren Werke präsentiert werden. Die Ausstellung erstreckt sich über ein 80.000 Quadratmeter großes Parkgelände und mehr als 22.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche in den historischen Industriehallen der Carlshütte. Parallel zur Ausstellung bietet die »NordArt« ein vielfältiges Kulturprogramm mit Konzerten, Performances, Führungen und Sonderveranstaltungen. Mehr …
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