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Gütersloher Feierabendmarkt 2026
Gütersloher Feierabendmarkt 2026
- NOW Kommentar: Event statt Lösung – warum der Feierabendmarkt am Problem vorbeigeht
#Gütersloh, 9. April 2026
Ist etwa der 1999 verstorbene Schlagerstar Rex Gildo der Urvater des deutschen Stadtmarketings? Er sang einst: »Hossa, hossa, #hossa, hossa, #Fiesta, Fiesta #Mexicana, heut’ geb ich zum Abschied für alle ein Fest!« – ein Fest, Stimmung, und am Ende ist alles wieder vorbei. Genau nach diesem Prinzip funktionieren heute viele Innenstadtevents. Zumal sich der #Einzelhandel eine #Belebung der #Innenstadt vor und nicht nach Feierabend wünscht.
Wieder #Liegestühle, wieder #Foodtrucks, wieder #Musik. Auf dem Konrad Adenauer Platz wird der »#Feierabendmarkt« neu aufgelegt – organisiert vom #Stadtmarketing und unterstützt von der #Sparkasse. Die Botschaft: mehr Leben in der Innenstadt. Die Realität: ein paar Stunden Betrieb – ohne nachhaltige Wirkung.
Natürlich funktioniert das kurzfristig. Menschen kommen, trinken etwas, essen etwas, hören Musik. Der Platz ist voll, die Stimmung gut. Genau das wird dann als Erfolg verkauft. Doch bei genauerem Hinsehen bleibt davon wenig übrig.
Denn die eigentlichen Probleme der Innenstädte sind strukturell: #Leerstände, hohe #Mieten, ein schwächelnder #Einzelhandel und eine insgesamt sinkende Aufenthaltsqualität im Alltag. Ein temporärer #Event ändert daran nichts. Es überdeckt diese Probleme höchstens für ein paar Stunden.
Auch wirtschaftlich ist der Effekt begrenzt. Das Geld, das an solchen Abenden ausgegeben wird, ist selten zusätzliches Geld. Es wird lediglich verlagert – vom Restaurantbesuch oder anderen Ausgaben hin zum #Event. Gewinner sind einzelne Stände, während andere Betriebe kaum profitieren oder sogar #Konkurrenz spüren.
Was bleibt also? Ein kurzfristiger Frequenzimpuls, ein bisschen positive Stimmung und einige Bilder für die Öffentlichkeitsarbeit. Das kann man machen – aber man sollte es nicht mit echter Stadtentwicklung verwechseln.
Genau hier liegt das Problem: Es werden langfristige Herausforderungen mit kurzfristigen Maßnahmen beantwortet. Statt struktureller Lösungen gibt es #Eventpolitik. Sichtbar, einfach umsetzbar, politisch bequem – aber letztlich wirkungsschwach.
Wenn Innenstädte wirklich wieder belebt werden sollen, braucht es andere Ansätze: bessere Rahmenbedingungen für #Handel und #Gastronomie, mehr Wohnen in zentralen Lagen, attraktivere öffentliche Räume im Alltag – nicht nur an ausgewählten Abenden. Und vor allem einen grundsätzlichen Faktor: Kooperation aller Beteiligten.
Der Feierabendmarkt ist kein Desaster. Aber er ist auch keine Lösung. Er ist ein nettes Zwischenprogramm – mehr nicht.
Ein weiterer Punkt
Dass mit Kritikern oder externen Perspektiven oft gar nicht gesprochen wird, ist ein Problem – aber #Gespräche allein sind noch kein Wert an sich. Wenn sie folgenlos bleiben, sind sie nichts weiter als #Zeitverschwendung. Entscheidend ist nicht der Austausch, sondern ob daraus bessere Ideen, andere Ansätze oder echte Veränderungen entstehen. Gerade daran mangelt es: Es wird organisiert, wiederholt, weitergemacht – aber nicht grundsätzlich hinterfragt.









