

Foto: Hanna Neander, Picasso Museum, Informationen zu Creative Commons (CC) Lizenzen, für Pressemeldungen ist der Herausgeber verantwortlich, die Quelle ist der Herausgeber
Kunstmuseum Pablo Picasso Münster: »Christo und Jeanne Claude: un|realisiert« ab 4. April 2026
Kunstmuseum Pablo Picasso Münster: »Christo und Jeanne Claude: un|realisiert« ab 4. April 2026
#Münster, 1. April 2026
Das #Kunstmuseum #Pablo #Picasso Münster zeigt ab dem 4. April 2026 die Ausstellung »#Christo und #Jeanne #Claude: un|realisiert«. Erstmals widmet sich damit in Deutschland eine Ausstellung den nicht realisierten Projekten der Künstler, die vor allem durch ihre spektakulären Interventionen im Stadtraum und Landschaftsraum Berühmtheit erlangten.
»Das Picasso Museum war kühn genug, sich darauf einzulassen, Christo und Jeanne Claude von ihrer weniger bekannten Seite zu zeigen. Das Publikum erwartet eine Ausstellung, die mit den Erwartungen bricht und gleichzeitig auf vielen Ebenen überrascht«, so Kurator Matthias Koddenberg. Der Münsteraner #Kunsthistoriker war eng mit Christo und Jeanne Claude befreundet und gehörte über 20 Jahre lang zu ihrer ,»Arbeitsfamilie«. Die von ihm eigens für Münster konzipierte Ausstellung stellt 25 unrealisierte Projekte vor und zeigt über 100 Arbeiten aus 60 Jahren.
Vor allem in Christo und Jeanne Claudes druckgrafischem Werk nehmen die unrealisierten Projekte einen großen Platz ein. Die Präsentation trägt diesem Umstand Rechnung und zeigt vornehmlich die handwerklich teils aufwendig gestalteten Lithografien und Collage Grafiken des Paares. Das umfangreiche Konvolut, das aus dem Bestand der Christo and Jeanne Claude Foundation in New York stammt und um weitere Leihgaben aus privaten wie öffentlichen Sammlungen ergänzt wurde, gewährt einen umfassenden Einblick in das Schaffen der Künstler, die für die Realisierung ihrer Projekte oft jahrzehntelang gegen technische, rechtliche und administrative Hürden kämpften.
»Christo und Jeanne Claude sind in Deutschland vor allem für die Verhüllung des Berliner Reichstagsgebäudes bekannt. Zahlreiche andere Projekte, etwa für Köln, München oder Kassel, blieben unvollendet und warten in Münster darauf, neu entdeckt zu werden«, so Vladimir Yavachev, Christos Neffe und Projektleiter von Christo und Jeanne Claude.
Eine Präsentation an großformatigen Studioaufnahmen, frühen Multiples und verhüllten Objekten beleuchtet zum Auftakt der Ausstellung Christo und Jeanne Claudes künstlerische Anfange im Paris der 1950er Jahre und 1960er Jahre bis hin zu ihrem Umzug nach New York 1964. Zum ersten Mal überhaupt sind nahezu sämtliche ihrer frühen Auflagenobjekte versammelt, manche davon in mehrfacher Ausführung, um so den seriellen Unikatcharakter dieser Editionen deutlich zu machen.
Dass zum Erfolg auch das Scheitern gehört, macht die Ausstellung auf eindrückliche Weise deutlich. Christo und Jeanne Claude haben mit ihren Arbeiten im öffentlichen Raum sowohl politische, ökonomische als auch soziale Fragen berührt und damit nicht selten vehemente Ablehnung provoziert. Beispielhaft beleuchtet eine Auswahl an Originalzeichnungen, Collagen und Filmmaterial den 25 jährigen Kampf um das Projekt Over the River, das zunächst genehmigt und schließlich nach jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen von Christo aufgegeben wurde.
»Als Christo und Jeanne Claude 2006 das Picasso Museum besuchten, um einen Vortrag über ihr ›Over the River‹ Projekt zu halten«, erinnert sich Museumsdirektor Markus Müller, »führte das im Publikum zu kontroversen Diskussionen. Ihre Arbeit erfüllte damit den fundamentalsten Sinn der #Kunst: Sie regte die Menschen zum Nachdenken an. Ich hoffe, unsere Ausstellung wird die Besucher in gleicher Weise bewegen.«
Die in Münster präsentierten Werke ermöglichen einen tiefen Einblick in Christo und Jeanne Claudes facettenreiches Schaffen, das durch seinen ästhetischen Anspruch und kollektiven Ansatz nicht erst in der Realisierung, sondern bereits im Entwurf und Prozess seine visuelle und gesellschaftliche Kraft entfaltete.
»Für Christo und Jeanne Claude war der Prozess, der jedem Projekt voranging, integraler Bestandteil ihrer Kunst«, ergänzt Kurator Matthias Koddenberg. »Als politischer Flüchtling war Christo die Freiheit das höchste Gut. Auch wenn ihre Arbeiten bisweilen provozierten, so ging es Christo und Jeanne Claude doch immer darum, Menschen unterschiedlichster Herkunft durch gemeinsame Erlebnisse und partizipative Prozesse zusammenzuführen. Die Bedeutung ihrer Kunst könnte heute nicht aktueller sein.«
Die Ausstellung ist eine Kooperation zwischen dem Kunstmuseum Pablo Picasso Münster und der Christo and Jeanne Claude Foundation in New York.
Über Christo und Jeanne Claude
Christo und Jeanne Claude wurden am selben Tag geboren, dem 13. Juni 1935: Er in Gabrovo in Bulgarien, sie in Casablanca in Marokko. Beide verstarben in New York City, wohin sie 1964 gezogen waren: Jeanne Claude im Jahr 2009, Christo im Jahr 2020. Christo und Jeanne Claude realisierten weltweit monumentale Projekte, darunter »Wrapped Coast, One Million Square Feet«, Little Bay, #Sydney, 1968 bis 1969, »Running Fence«, Sonoma and Marin Counties, #California, 1972 bis 1976 »Surrounded Islands«, Biscayne Bay, Greater Miami, #Florida, 1980 bis 1983, »The Pont Neuf Wrapped«, #Paris, 1975 bis 1985, »The Umbrellas«, #Japan #USA, 1984 bis 1991, »Wrapped #Reichstag«, Berlin, 1971 bis 1995, »The Gates«, Central Park, New York City, 1979 bis 2005, »The Floating Piers«, #Lake #Iseo, #Italy, 2014 bis 2016, »The London Mastaba«, #Serpentine #Lake, Hyde Park, 2016 bis 2018; und »L’Arc de Triomphe, Wrapped«, Paris, 1961 bis 2021.
Christo und Jeanne Claude arbeiteten seit ihrem ersten temporären Kunstwerk im Außenraum zusammen: Stacked Oil Barrels and Dockside Packages im Kölner Hafen, 1961. Bevor Christo 1957 in den Westen floh, studierte er vier Jahre lang #Malerei, #Bildhauerei, #Architektur und Dekorative Kunst an der Nationalen #Kunstakademie in #Sofia. Alle frühen Werke, wie »Wrapped Cans«, »Wrapped Oil Barrels«, »Packages«, »Wrapped Objects« und »Store Fronts«, sowie alle vorbereitenden #Zeichnungen, #Collagen und #Modelle, stammen ausschließlich von Christo. Alle öffentlichen Projekte und Innenrauminstallationen, sowohl realisierte als auch nicht realisierte, sind hingegen Gemeinschaftswerke von Christo und Jeanne Claude.
Eintrittstickets sind bereits jetzt über den Onlineticketshop auf der Museumswebsite erhältlich.









