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Spielanleitung »Ich packe meinen Koffer« – Gütersloh Edition
#Spielanleitung »Ich packe meinen Koffer« – Gütersloh Edition
#Gütersloh, 23. März 2026
Man sagt, #Reisen bilde. Gütersloh bildet vor allem: Geduld, Timing – und ein belastbares Gedächtnis. Beste Voraussetzungen also für ein Spiel, das ohnehin jeder kennt: Ich packe meinen Koffer. Nur dass man hier nicht einfach irgendetwas einpackt, sondern das, was man in Gütersloh wirklich braucht. Oder zu brauchen glaubt. Oder irgendwann gelernt hat, besser dabeizuhaben.
Es beginnt harmlos.
Ich packe meinen #Koffer für meine Reise nach Gütersloh und nehme mit: ein #Auto. Klar. Ohne Auto wird es schwierig, selbst wenn man nur kurz »mal eben« irgendwo hin will.
Ich packe meinen Koffer für meine Reise nach Gütersloh und nehme mit: ein Auto und #Seife. Auch das ist unverdächtig. #Hygiene ist nie verkehrt.
Ich packe meinen Koffer für meine Reise nach Gütersloh und nehme mit: ein Auto, Seife und eine #Zeitung. Zur Orientierung. Oder zur Selbstvergewisserung, dass alles seine Ordnung hat.
Und dann, ganz langsam, verschiebt sich etwas.
Ich packe meinen Koffer für meine Reise nach Gütersloh und nehme mit: ein Auto, Seife, eine Zeitung und gute Kontakte. Jetzt wird es interessant. Denn Kontakte wiegen nichts, sind aber schwer zu ersetzen.
Ich packe meinen Koffer für meine Reise nach Gütersloh und nehme mit: ein Auto, Seife, eine Zeitung, gute Kontakte und Geduld. Geduld ist das Erste, was man unterschätzt, und das Letzte, was man aufgibt.
Ich packe meinen Koffer für meine Reise nach Gütersloh und nehme mit: ein Auto, Seife, eine Zeitung, gute Kontakte, Geduld und einen Antrag in dreifacher Ausfertigung. Man weiß ja nie.
Ab hier kippt das Spiel. Nicht abrupt, eher organisch. Als hätte es immer schon dazugehört.
Ich packe meinen Koffer für meine Reise nach Gütersloh und nehme mit …
… eine Eingangsbestätigung.
… einen #Screenshot zur Sicherheit.
… einen Rückruf »nächste Woche«.
… und starke Nerven.
Das Faszinierende an diesem Spiel ist seine Ehrlichkeit. Niemand muss etwas erklären, niemand muss etwas behaupten. Die Liste wächst einfach. Und mit jedem Begriff wächst ein stilles Einverständnis darüber, wie Dinge funktionieren. Oder eben nicht.
Der Clou: Es gibt keinen Widerspruch – nur Ergänzungen
Man könnte das #Spiel auch umdrehen und fragen, was man nicht einpackt. Aber das wäre schnell beantwortet. Leichtigkeit vielleicht. #Spontaneität. Die Idee, dass etwas einfach so passiert, ohne dass man es vorbereitet, absichert, dokumentiert.
Natürlich kann man das alles auch ganz anders sehen. Als charmante Eigenart. Als lokale Farbe. Als leicht verschrobene, aber liebenswerte Ordnung der Dinge. Und genau darin liegt die Stärke des Spiels: Es zwingt niemanden zu einer Haltung. Es legt nur Begriffe nebeneinander. Der Rest passiert im Kopf.
Am Ende der Runde steht jemand da, zögert kurz und sagt: »Ich packe meinen Koffer für meine Reise nach Gütersloh und nehme mit: ein Auto, Seife, eine Zeitung, gute Kontakte, Geduld, einen Antrag, eine Eingangsbestätigung, einen Screenshot, starke Nerven und … Pause.
… ach, ich bleibe doch zu Hause.
Und niemand widerspricht.









