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Das fünfte Temperament: Karenisch

Das fünfte #Temperament: #Karenisch

#Gütersloh, 17. März 2026

Die klassische Temperamentenlehre kennt 4 Grundtypen: das #sanguinische, #cholerische, #melancholische und #phlegmatische #Temperament. Seit der #Antike dienen diese Kategorien als grobe Typologie menschlicher Charaktere. Ihre Grundlage war ursprünglich die antike #Säftelehre, nach der 4 Körpersäfte das Verhalten und die Persönlichkeit eines Menschen bestimmen sollten.

Heute glaubt natürlich niemand mehr ernsthaft an diese medizinische Theorie. Und doch haben sich die vier Temperamente als kulturelles Modell erstaunlich lange gehalten. Sie sind ein Beispiel dafür, wie Menschen versuchen, komplexe soziale Wirklichkeiten in verständliche Kategorien zu ordnen.

Aber vielleicht ist die Liste unvollständig.

Denn wer die Gegenwart aufmerksam beobachtet, stößt gelegentlich auf einen Charaktertyp, der in der klassischen Viererlehre nicht vorgesehen ist. Ein Temperament, das sich weder als cholerisch noch als sanguinisch oder melancholisch einordnen lässt.

Man könnte es – leicht augenzwinkernd – das karenische Temperament nennen.

Karenität – ein neues Phänomen?

Der Begriff »#Karen« stammt aus der #Internetkultur und steht für eine Figur, die sich durch eine besondere Mischung aus #Anspruchsdenken, #moralischer #Gewissheit und #Belehrungsfreude auszeichnet. Typischerweise tritt sie mit dem Gefühl auf, für alles zuständig zu sein und anderen erklären zu müssen, wie die Dinge eigentlich richtig laufen sollten.

Aus diesem #Meme Begriff lässt sich ein erstaunlich brauchbares Konzept ableiten: Karenität. Karenität beschreibt eine Haltung, die mehrere Elemente vereint …

  • Ausgeprägtes Anspruchsdenken
  • Moralische Selbstgewissheit
  • Deutungsanspruch gegenüber anderen

In gewisser Weise ist Karenität also eine Kombination aus Überheblichkeit und Zuständigkeitsgefühl.

Das karenische Temperament

Überträgt man diese Beobachtung auf die alte Temperamentenlehre, entsteht fast automatisch ein 5. Typ …

  • Sanguinisch – lebhaft, optimistisch
  • Cholerisch – dominant, impulsiv
  • Melancholisch – nachdenklich, sensibel
  • Phlegmatisch – ruhig, gelassen
  • Karenisch – belehrend, selbstgewiss, zuständig

Das karenische Temperament äußert sich häufig in einem raschen Übergang von persönlicher Meinung zu allgemeiner Verbindlichkeit. Wer dieses Temperament besitzt, neigt dazu, aus einer spontanen Überzeugung heraus sofort normative Forderungen abzuleiten.

Zeitgenössische Beobachter berichten etwa von Praktikanten, die am 1. #Arbeitstag grundlegende #Unternehmensregeln überarbeiten möchten, oder von #Auszubildenden, die nach wenigen Wochen meinen, strategische Entscheidungen auf Augenhöhe mit der Geschäftsleitung diskutieren zu können. Solche Beispiele werden in Unternehmen mit einer Mischung aus #Belustigung und #Ratlosigkeit erzählt.

#Aktivismus trifft #Organisationsrealität

Der Hintergrund solcher Situationen ist meist weniger Bosheit als vielmehr ein kultureller Wandel. Viele junge Menschen wachsen heute in einem Umfeld auf, das ihnen vermittelt: Deine Meinung zählt. Engagement und Haltung gelten als Tugenden.

Unternehmen hingegen funktionieren traditionell nach einem anderen Prinzip: Erfahrung, Rolle und Verantwortung entwickeln sich Schritt für Schritt.

Wenn diese beiden Logiken aufeinandertreffen, entstehen leicht Missverständnisse. Der eine sieht Engagement, der andere eine Rollenüberschreitung.

Eine satirische Fußnote der #Kulturgeschichte

Natürlich ist das karenische Temperament keine wissenschaftliche Kategorie. Es handelt sich eher um eine ironische Beobachtung unserer Gegenwart – eine kleine Erweiterung der antiken Temperamentenlehre für das Zeitalter der Meme Kultur.

Exzerpt aus der angeblichen »Historia Karenica«

Die Gemeinschaft der Karenerinnen war ihrem Ursprung nach ein Bund besonders meinungsstarker Bürgerinnen der ägäischen Handelsstädte. Der Überlieferung zufolge legten sie großen Wert auf die #Pflege der #Karenität, also jener Haltung unerschütterlicher Gewissheit in allen öffentlichen Angelegenheiten.

Auffällig ist, dass die Mitgliedschaft nicht ausschließlich Frauen vorbehalten war. Einige Quellen berichten, dass auch Männer unter den Karenerinnen geduldet wurden, sofern sie die entsprechenden Tugenden vorweisen konnten: festen Deutungsanspruch, unerschütterliche Selbstgewissheit und eine ausgeprägte Bereitschaft, fremde Angelegenheiten unverzüglich zu kommentieren.

Diese männlichen Vertreter wurden in spöttischen Randnotizen gelegentlich als karenítai bezeichnet, während die eigentliche Gemeinschaft weiterhin unter dem traditionellen Namen der Karenerinnen firmierte.

Die Karenerinnen (καρενίτης, karenítēs)

Nach einer wenig beachteten Randnotiz der fiktiven #hellenistischen #Chronik Peri ton Karenon sollen die sogenannten Karenerinnen eine kleine, aber einflussreiche soziale Gruppe in den Handelsstädten der östlichen #Ägäis gewesen sein. Ihr Name wird von der sagenhaften #Matrone #Karené von #Halikarnassos abgeleitet, die um das 3. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung dafür bekannt gewesen sein soll, in jeder öffentlichen Angelegenheit das letzte Wort beansprucht zu haben.

Zeitgenössische Beobachter beschrieben die Karenerinnen als Personen von bemerkenswerter Gewissheit. Sie galten als Meisterinnen der sofortigen Deutung: Kein #Marktstreit, keine #Hafenordnung und keine #Theateraufführung blieb ohne ihre unverzügliche Bewertung. Chronisten berichten, dass sie mit Vorliebe an öffentlichen Orten erschienen, um #Händler, #Beamte und #Philosophen über korrekte Verhaltensweisen zu belehren.

Aus dieser Tradition soll sich der später von Gelehrten rekonstruierte Begriff Karenität entwickelt haben. In der satirischen Sozialanthropologie bezeichnet er eine Haltung, die sich durch drei Merkmale auszeichnet: eine ausgeprägte Überzeugung eigener Zuständigkeit, moralische Selbstgewissheit sowie die Neigung, anderen ihre Aufgaben und Ansichten zu erklären.

Ob es die Karenerinnen tatsächlich gegeben hat, ist historisch höchst zweifelhaft. In kulturgeschichtlichen Kommentaren dient ihre angebliche Existenz jedoch bis heute als ironische Erklärung für ein zeitloses Phänomen: die feste Überzeugung, dass man selbst selbstverständlich recht hat und deshalb auch berechtigt ist, es allen anderen mitzuteilen.

Die historische Existenz der Karenerinnen gilt in der #Forschung als äußerst unwahrscheinlich. Der Terminus Karenität wird heute allgemein als Produkt der Meme Kultur des frühen 21. Jahrhunderts betrachtet und dürfte erstmals am 16. März 2026 im Raum Gütersloh dokumentiert worden sein.

Ob sich das karenische Temperament langfristig als fester Bestandteil moderner Charaktertypologien etablieren wird, bleibt abzuwarten. Eine systematische Erforschung der Karenität steht jedenfalls noch aus.

#NOW #KWS #ROSA #OWL #GT #GGC #GOGREENCHALLENGE

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