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»Neue Osnabrücker Zeitung«: Klingbeil Berater erwartet konkrete Berechnungen durch Kommission – »Rente mit 70 würde Gerechtigkeitskluft vergrößern«
»Neue Osnabrücker Zeitung«: Klingbeil Berater erwartet konkrete Berechnungen durch Kommission – »Rente mit 70 würde Gerechtigkeitskluft vergrößern«
#Osnabrück, 7. März 2026
Ökonom und Regierungsberater Jens Südekum hat seinen Plan für eine Kopplung der #Rente an #Beitragsjahre konkretisiert. »Das Ziel bleibt eine effektive Verlängerung der #Lebensarbeitszeit. Insofern müssten es schon mindestens 45 Jahre sein«, sagte Südekum im Interview mit der »Neuen Osnabrücker Zeitung« (#NOZ, #Samstagsausgabe). »Ich erwarte, dass die #Rentenkommission entsprechende Berechnungen aufstellt und Vorschläge macht. Die Festlegung auf eine Jahreszahl ist am Ende natürlich Sache der #Politik.«
Das Konzept des persönlichen Wirtschaftsberaters von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) war im Dezember publik geworden. Gegenüber der NOZ bekäftigte Südekum: »Ich schlage vor, die starre Altersgrenze für alle, die manche ja gern auf 70 Jahre anheben möchten, was die Gerechtigkeitskluft noch vergrößern würde, durch eine fixe Zahl an Beitragsjahren zu ersetzen. Nur, wer die erreicht, soll abschlagsfrei in Rente gehen können. Manche würden das schon vor 67 erreichen, manche erst später.«
Der Wirtschaftswissenschaftler wies den Vorwurf, er wolle #Akademiker bestrafen, zurück. »So ist es mitnichten«, sagte er in dem Interview. Auch das sogenannte »#Äquivalenzprinzip« bliebe bestehen. »Was an Rente rauskommt, hängt von der Höhe der #Einzahlungen beziehungsweise den gesammelten #Rentenpunkten ab. Ausbildungsjahre und die Regelstudienzeit, aber auch Zeiten der #Kindererziehung oder #Pflege von Angehörigen könnten wie gehabt angerechnet werden, etwa um Frauen besserzustellen.« Wer früher aufhören wolle, könne das tun, müsse aber mit Abschlägen bei der gesetzlichen Rente leben. »Wer dank Studiums gut verdient hat, kann allerdings auch wesentlich leichter privat vorsorgen«, so Südekum zur NOZ.
Ein starres Renteneintrittsalter, das aktuell bei 67 liegt, sei aus 2 Gründen problematisch, erläuterte der Experte: »Zum einen: Wer mit 17 anfängt, muss bis 67 5 Jahrzehnte lang schuften. Langzeitstudenten arbeiten womöglich nur 30 oder 35 Jahre bis zum regulären Renteneintrittsalter.« Zum 2. lebten Leute mit höherem Einkommen – und das seien in der Regel Akademiker – durchschnittlich deutlich länger als Menschen, die körperlich arbeiten. »Besserverdiener zahlen also nicht nur kürzer in die Rentenkasse ein, sie beziehen auch noch deutlich länger Rente.«
Auf die Frage, ob er damit rechne, dass sein Vorschlag eine Chance auf Umsetzung habe, sagte der #Ökonom zur NOZ: »Ja klar. Und ich habe tatsächlich noch nie so viel positive Resonanz, so viele dankbare und anerkennende #Briefe und E Mails bekommen wie auf diesen Vorschlag.« Und zwar »hauptsächlich von Leuten, die nicht studiert haben«. Der Vorschlag sei auch nicht zu kompliziert. »Fragen des Bestandsschutzes wären juristisch zu klären. Aber wenn die Regierung den Mut zu neuen Wegen aufbringt, sehe ich keine unüberwindbaren Hürden«, so Südekum. »Dann kann das in dieser Legislaturperiode erledigt werden.«









