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NOW Kommentar: »Blaumachen« ist nicht das Problem – Verantwortung schon
#NOW #Kommentar: »Blaumachen« ist nicht das Problem – Verantwortung schon
#Gütersloh, 5. Februar 2026
Die Debatte um angebliche »#Blaumacher« ist eine Nebelkerze. Sie lenkt ab vom eigentlichen Kernproblem: dem schleichenden Verschwinden von Eigenverantwortung in einem System, das immer weiter überreguliert, aber immer weniger differenziert. Nicht weniger neblig ist es, so zu tun, als seien »Blaumacher« nur ein paar wenige Einzelfälle. In gewissen Milieus findet viel »Blaumacherei« statt, in anderen wenig.
Ja, es gibt Menschen, die Leistungen missbrauchen. Das ist unstrittig. Aber sie taugen nicht als #Erklärung für #strukturelle #Fehlentwicklungen – und schon gar nicht als Begründung dafür, ganze Gruppen unter Generalverdacht zu stellen oder ganze Gruppen unter Generalamnestie zu stellen. Wer das tut, betreibt #Politik mit #Schlagworten statt mit #Realität.
Das eigentliche Ungleichgewicht liegt woanders: zwischen #Angestellten, #Selbstständigen und #KMU.
#Selbstständige »machen nicht blau«. Sie können es gar nicht. Wer nicht arbeitet, verdient nichts. Punkt. Keine #Lohnfortzahlung, kein #Sicherheitsnetz, keine #Schonfrist. Und trotzdem finanzieren sie den Staat in erheblichem Umfang – über Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer, Risiken, Vorleistungen. Während Angestellte viele Abgaben nie »zahlen«, weil sie ihnen gar nicht erst ausgezahlt werden, tragen Selbstständige diese Last sichtbar, direkt und existenziell.
Und trotzdem lautet die politische Idee regelmäßig: #Selbstständige in die #GKV. Warum eigentlich nicht umgekehrt? Warum nicht ein System, das #Wahlfreiheit, #Wettbewerb und #Verantwortung ernstnimmt? Die Feststellung, dass Selbstständige keine Beiträge zahlen, ist billig – Angestellte zahlen zum Beispiel auch keine #Gewerbesteuer und tragen keine unmittelbare Verantwortung. Weder für sich selbst, noch für andere.
Die #Private #Krankenversicherung ist kein Luxusproblem. Sie ermöglicht #Quersubventionierung, #Innovation, #Versorgung, #Praxen, #Angebote – ohne sie gäbe es vieles schlicht nicht. Wer das ignoriert, ignoriert ökonomische Realität. Das Gegenbeispiel ist bekannt: Der britische #NHS zeigt, wohin Überregulierung ohne Verantwortung führt. Die #USA wiederum zeigen das andere Extrem der Unterregulierung. Beides ist abschreckend. Zudem sind die IGEL – wenn man so will – die Mini PKVs für alle.
Dass es auch anders geht, zeigt ausgerechnet ein oft übersehenes Modell: die #Künstlersozialkasse (#KSK). Kein perfektes System, aber eines, das Lebensrealität anerkennt, statt sie zu moralisieren. Warum wird dieses Denken nicht auf andere Selbstständige und KMU übertragen?
Die permanente Fixierung auf »Blaumacher« ist bequem. Sie erspart die Auseinandersetzung mit komplexen Fragen: Wer trägt Risiko? Wer trägt Verantwortung? Wer hält dieses Land im Alltag tatsächlich am Laufen?
Solange diese Fragen nicht ehrlich gestellt werden, bleibt die Debatte moralisch aufgeladen – aber politisch leer. Und genau das ist das eigentliche Problem.









