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Mobbing: »The Mobfather« – über Grausamkeit ohne Hass

Mobbing: »The Mobfather« – über #Grausamkeit ohne #Hass

#Gütersloh, 3. Februar 2026

Der #Teufel kommt selten allein. Er kommt gern in #Gesellschaft. Nicht, weil er Lärm liebt, sondern weil sich in der Menge etwas auflöst, das allein schwerer zu verlieren ist: #Verantwortung. In der #Menge wird niemand böse. Man macht nur mit. Man zieht an einem Faden, den jemand anderes gespannt hat, und sagt sich, dass man selbst nichts getan habe.

Der #Mob ist kein #Chaos – er ist organisiert

Er hat Regeln, Rollen, Rituale. Er kennt #Loyalität und #Schweigen. Er belohnt #Anpassung und bestraft #Abweichung. Und er braucht keine Grausamkeit als Ziel. Es genügt, dass sie Nebenwirkung ist.

Der #Mobfather ist keine Person sondern ein Prinzip. Man sieht ihn selten. Meist sieht man nur die Hand. Die Fäden. Und die Zettel daran. Auf ihnen stehen keine Taten. Keine Gewalt. Keine offenen Drohungen. Es stehen dort Wörter, die harmlos klingen, fast technisch. Werkzeuge. Methoden. Dinge, die »man eben so macht«.

#Gerüchte.

#Schweigen.

#Doppelte #Botschaften (Double Binds).

#Loyalität.

#Missverständnisse.

Man wird ja wohl noch.

Das ist doch bekannt.

Wir haben nur reagiert.

Es gab vergangene Vorkommnisse.

Zwischen diesen Zetteln hängen kleine Piktogramme. #Affen – die »Flying Monkeys« (das sind diejenigen, die beim #Mobbing mitmachen – der Begriff kommt aus »#Alice im #Wunderland«). Sie lächeln. Sie wirken verspielt. Sie springen von Schulter zu #Schulter, von #Gespräch zu Gespräch, von #Chat zu Chat. Sie tragen nichts Eigenes bei. Sie verstärken nur, was bereits in der Luft liegt. Sie handeln nicht aus Grausamkeit, sondern aus #Zugehörigkeit. Der Mobfather liebt diese Affen, denn sie erledigen die Arbeit.

Grausamkeit entsteht selten aus Hass. Sie entsteht aus Ordnung. Aus Abläufen, die niemand mehr infrage stellt. Aus Routinen, die Verantwortung verdünnen, bis sie nicht mehr greifbar ist. Aus Zuständigkeiten, die so sauber verteilt sind, dass sich am Ende niemand zuständig fühlt.

Der Mob glaubt fast immer, auf der richtigen Seite zu stehen. Er hält sich für vernünftig. Für moralisch. Für alternativlos. Und genau das macht ihn gefährlich.

Denn wo viele einer Meinung sind, wird Widerspruch schnell verdächtig. Wer fragt, stört. Wer zögert, gefährdet. Wer nicht mitzieht, steht plötzlich allein. Der Mobfather muss nicht befehlen. Er lässt laufen. Er schafft ein Klima, in dem das Wegsehen einfacher ist als das Hinsehen. In dem #Schweigen als #Klugheit gilt. In dem man lernt, dass es sicherer ist, nichts zu sagen, als das Falsche.

So wird Grausamkeit arbeitsteilig. Unspektakulär. Effizient.

Niemand schlägt zu. Man entzieht nur. Aufmerksamkeit. Zugehörigkeit. Sichtbarkeit. Man antwortet nicht mehr. Man lädt nicht mehr ein. Man erwähnt nicht mehr. Das #Opfer verschwindet nicht plötzlich. Es wird langsam aus der Wahrnehmung gelöst.

Der Mob nennt das keinen Angriff. Er nennt es »#Konsequenzen«.

Der Mobfather weiß, dass Menschen sich lieber als Teil einer Ordnung sehen als als Teil eines Unrechts. Deshalb bietet er immer eine Erklärung an. Eine Rechtfertigung. Eine Geschichte, in der alles Sinn ergibt. Nicht böse. Nur notwendig.

So entsteht eine Grausamkeit, die niemand geplant hat und die doch zuverlässig wirkt. Eine Grausamkeit ohne Täter, aber nicht ohne Wirkung. Eine Grausamkeit, die sich selbst für sauber hält. Der Mobfather trägt keinen Anzug aus Seide. Er trägt Alltäglichkeit. Er spricht nicht laut. Er flüstert. Und er lebt davon, dass viele glauben, sie seien zu klein, um verantwortlich zu sein.

Dabei liegt genau dort seine Macht.

Der Mobfather existiert überall dort, wo Menschen Verantwortung abgeben, um dazuzugehören. Wo Loyalität wichtiger wird als Gewissen. Wo man lieber zieht als schneidet. Denn jeder Faden lässt sich auch lösen. Der Mobfather hasst diesen Gedanken. Deshalb sorgt er dafür, dass man ihn vergisst.

#NOW #KWS #ROSA #OWL #GT

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