NOW Kommentar: die Normalisierung der UngleichheitZoom Button

Informationen zu Creative Commons (CC) Lizenzen, für Pressemeldungen ist der Herausgeber verantwortlich, die Quelle ist der Herausgeber

NOW Kommentar: die Normalisierung der Ungleichheit

#NOW #Kommentar: die #Normalisierung der #Ungleichheit

#Gütersloh, 2. Februar 2026

Man kann diese Sendungen schauen. Natürlich kann man das. Niemand wird gezwungen, wegzusehen.

Und genau das ist das Problem.

Denn was dort gezeigt wird, ist längst nicht mehr bloß Unterhaltung. Es ist auch kein #harmloser #Voyeurismus mehr, kein #ironischer #Trash, kein »abschalten und vergessen«. Es ist etwas Anderes: die Inszenierung sozialer #Ungleichheit als #Spiel.

Nicht mehr alle gleich im #Container, nicht mehr alle gleich im #Mangel, sondern: oben und unten, mit unterschiedlichen Rechten, unterschiedlicher Nahrung, unterschiedlicher Würde. Als dramaturgische Feinjustierung. Das Entscheidende daran ist nicht, dass es passiert – sondern wie selbstverständlich es passiert.

Alles ist freiwillig.

Alles ist regelkonform.

Alles ist juristisch unangreifbar.

Gerade deshalb wirkt es so sauber.

Was hier simuliert wird, ist kein Konflikt, sondern eine Ordnung. Eine #Ordnung, in der #Privilegien verteilt, entzogen, zurückgegeben werden – nicht nach Leistung, nicht nach Einsicht, sondern nach #Formatlogik. #Ungleichheit wird nicht erklärt, sie wird vorausgesetzt. Und genau dadurch normalisiert.

Der #Zuschauer darf sich zurücklehnen. Es ist ja nur ein Spiel. Sie hätten ja Nein sagen können. So verschwindet Verantwortung aus dem #Bild. Nicht, weil niemand verantwortlich wäre – sondern weil das System selbst unsichtbar bleibt.

Man schaut zu, wie Menschen mit weniger Rechten leben. Man schaut zu, wie #Essen, #Komfort und #Würde verknappt werden. Und man lernt dabei etwas, ganz leise, ganz nebenbei: Dass Ungleichheit offenbar unterhaltend ist. Dass sie sich gut erzählen lässt. Dass man sie akzeptieren kann, solange sie niemanden wirklich betrifft.

Und dann fragt jemand – ganz ehrlich, ganz unschuldig: »Da spricht doch nichts dagegen, sich das anzuschauen, oder? Warum gibt das niemand zu?« Die richtige Antwort wäre vielleicht: Doch. Es spricht etwas dagegen. Nicht, weil #Zuschauen verboten sein müsste. Sondern weil es Dinge gibt, die man nicht braucht. Nicht als »#Experiment«. Nicht als #Spiel. Nicht als Abendprogramm.

Manchmal ist Wegsehen keine Schwäche, sondern Haltung. Und Schweigen keine Sprachlosigkeit, sondern Verweigerung. Nicht alles, was man senden kann, sollte es auch geben.

#NOW #KWS #ROSA

  HOME     IMPRESSUM     DATENSCHUTZ  
Gütsel Skyline
NOW Magazine Ampersand + SEO Gütersloh