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NOW Kommentar: Der blinde Fleck der Verwaltung – der Einzelunternehmer existiert nicht
#NOW #Kommentar: Der blinde Fleck der #Verwaltung – der #Einzelunternehmer existiert nicht
#Gütersloh, 27. Januar 2026
Es gibt ein Missverständnis, das tiefer reicht als jede missglückte E Mail mit einer Behörde. Es ist kein #Kommunikationsproblem, sondern ein #Denkfehler. Für große Teile des Apparats – #Behörden, #Verbände, #Kammern – existiert der Einzelunternehmer nicht als denkbare #Kategorie.
Was es gibt, sind Rollen: die Behörde, der Verein, die Körperschaft, das Unternehmen. Und dann irgendwo am Rand die »#Privatperson«. Aber eine einzelne Person, die zugleich entscheidet, haftet, investiert, scheitert oder gewinnt? Die nach eigenen Regeln spielt, weil sie selbst die Verantwortung trägt? Das kommt im Verwaltungsdenken nicht vor.
Der Einzelunternehmer ist für den #Apparat kein Akteur, sondern ein #Störfall.
Verwaltungen denken nicht in Personen, sondern in #Strukturen. #Verantwortung ist dort verteilt, formalisiert, delegiert. #Niemand #haftet wirklich – außer abstrakt. #Unternehmertum dagegen ist das genaue Gegenteil: verdichtete Verantwortung, Risiko auf einen Punkt, Urteil statt Regel. Wer so arbeitet, wirkt im System nicht souverän, sondern verdächtig.
Deshalb reden beide Seiten konsequent aneinander vorbei. Wenn der Unternehmer sagt: Ich trage das Risiko, hört die Behörde: Ich entziehe mich der Kontrolle. Wenn er sagt: Ich entscheide selbst, hört man: Der macht, was er will. Autonomie wird mit Willkür verwechselt.
Das erklärt, warum #Selbstständige und #Einzelunternehmer in amtlichen Prozessen regelmäßig wie ein Sonderproblem behandelt werden. Sie passen nicht in die vorgesehenen Formulare. Sie haben keine #Gremien, keine #Compliance Abteilung, keinen internen #Eskalationsweg. Sie sind nicht betreuungsfähig.
Und genau deshalb ist das nächste politische #Narrativ absehbar: strengere Aufsicht über Einzelfirmen, mehr #Formalisierung, #Mindestqualifikationen, #Grundvermögen, #Zertifikate. Nicht aus Bosheit, sondern aus Überforderung. Was man nicht denken kann, muss man normieren.
Das Ergebnis wird nicht mehr #Sicherheit sein, sondern weniger #Unternehmertum. Nicht mehr #Qualität, sondern weniger #Risiko – und damit weniger #Innovation. Denn Unternehmertum lebt nicht von Formularen, sondern von Urteilskraft. Nicht von Regeln, sondern von Verantwortung.
Der Einzelunternehmer ist der letzte systemische Fremdkörper in einer durchorganisierten Gesellschaft. Kein Skandal. Kein Gesetzesbruch. Sondern ein Mensch, der handelt, statt verwaltet zu werden.
Und genau das ist für viele Apparate bis heute unvorstellbar.









