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Alternativen zum Pharma Kuschel Kurs der Regierung gesucht
Alternativen zum Pharma Kuschel Kurs der Regierung gesucht
- #Ärzteinitiative #MEZIS warnt vor preistreibender Lobbyarbeit der #Arzneimittelhersteller
#Stadtberge, 17. Dezember 2025
Die Ärzteitiative »MEZIS« (»Mein Essen zahl’ ich selbst«) zieht auch für das Jahr 2025 eine ernüchternde #Bilanz zur #Arzneimittelversorgung in #Deutschland. »In schöner Regelmäßigkeit werden jedes Jahr neue Rekordausgaben der gesetzlichen #Krankenkassen für #Arzneimittel gemeldet – für 2024 ein weiteres Plus von 5 Milliarden Euro!«, resümiert Manja Dannenberg, Vorstandsmitglied von MEZIS. Gleichzeitig sind – trotz der Zugeständnisse an die #Industrie durch das #Arzneimittel #Lieferengpassbekämpfungsgesetz – auch weiterhin viele für die Versorgung wichtige #Medikamente in Deutschland nicht lieferbar.
Zu beobachten ist auch unverändert: Für hochpreisige patentgeschützte Medikamente sind Lieferengpässe kein Thema – sie betreffen vor allem #Generika, Mittel, deren Patentschutz ausgelaufen ist. Aktuell muss zum Beispiel die Insulinbehandlung unzähliger Patienten mit #Diabetes umgestellt werden, weil die Herstellerfirma NovoNordisk die Produktion seiner bewährten und preiswerten Insuline einstellt – »zugunsten modernerer (das heißt teurerer – Anmerkung des Verfassers) Präparate«. »Das zeitliche Zusammentreffen mit der äußerst erfolgreichen und gewinnbringenden Markteinführung der sog. »Abnehmspritze« ist sicher kein Zufall«, so Manja Dannenberg weiter. Der Konzern war in diesem Zusammenhang auch mit hohen Geldzahlungen an einflussreiche Mediziner und Fachgesellschaften in die Schlagzeilen geraten.
Deutschland EU weiter #Spitzenreiter bei den #Gesundheitsausgaben
Wie bereits befürchtet, hat der letzte #Pharma #Gipfel der Regierung am 12. November 2025 außer »einer weiteren Stärkung des Pharmastandorts Deutschlands« wenig Konkretes gerade bei den wirklich dringenden Fragen gebracht – zum Beispiel warum die #Versicherten immer höhere Beiträge zahlen sollen, gleichzeitig die Umsätze der pharmazeutischen Industrie verlässlich steigen. »Deren mächtige Lobby hat es wieder geschafft, dass Politik und Öffentlichkeit das Finanzierungsproblem nur auf der Einnahmeseite sehen!«, ermahnt Dr. Niklas Schurig, ebenfalls Vorstandsmitglied [3]. Das Problem liegt aber auch nach Ansicht vieler weiterer Experten auf der Ausgabenseite: die zum Teil explodierenden Arzneimittelpreise – zum Beispiel für #Medikamente gegen #Krebs und seltene #Erkrankungen – und hohe Ausgaben für neue Medikamente, die keine oder nur eine geringe Verbesserung der bisherigen Behandlungsmöglichkeiten bringen, sind ein relevanter Kostentreiber! »Warum wurden beim Pharma Gipfel wieder keine konkreten Regeln für die Preisbildung bei neuen Medikamenten diskutiert?«, fragt Dr. Schurig.
Nach Ansicht der Ärzteinitiative beugt sich die Politik dem falschen Narrativ der Industrie, niedrigere Arzneimittelpreise würden zu einer schlechteren Versorgung in Deutschland führen. Sie subventioniert weiter mit überhöhten Preisen – eine Strategie, die absehbar zu einem Kollaps des Solidarsystems führen wird. Schon jetzt hat Deutschland die höchsten Gesundheitsausgaben in der EU, liegt bei der Lebenserwartung jedoch nur im Mittelfeld.
MEZIS wird sich gemeinsam mit der #BUKO #Pharma #Kampagne und der #Deutschen #Allianz #Klimawandel und #Gesundheit (»KLUG«) am 14. März 2026 in Göttingen auf einer Fachtagung zum Thema »Arzneimittelversorgung mit Zukunft – was brauchen wir wirklich?« der Entwicklung nachhaltiger Strategien widmen.
Verein »MEZIS«
»MEZIS« steht für »Mein Essen zahl‘ ich selbst«. Die 2007 als Teil des weltweiten No Free Lunch Netzwerkes gegründete Initiative engagiert sich gegen den Einfluss der Pharmaindustrie auf die Ärzteschaft und setzt sich für mehr Transparenz im Gesundheitswesen ein.
Die Ziele
- Die Einflussmöglichkeiten der Industrie und die Wirkung von #Marketing Maßnahmen verdeutlichen, zum Beispiel bei der medizinischen #Leitlinienerstellung und in #Selbsthilfegruppen.
- Durch hochwertige, pharmaunabhängige Fortbildung und Weiterbildung Kenntnisse in der rationalen Arzneimittelthe rapie und evidenzbasierten Medizin verbessern.
- Über das #Schadenspotenzial von #Überdiagnostik und #Übertherapie informieren.
- Im ärztlichen #Berufsrecht Beeinflussungen und Bestechlichkeit verbieten.
- Eine #Kultur der uneingeschränkten Offenlegung von Interessenkonflikten etablieren.
- Bereits im #Medizinstudium für die Einflussnahmen der Industrie sensibilisieren.
- #Hochpreispolitik eindämmen.









