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Der Humorist Bernhard-Viktor Christoph-Carl von Bülow, kurz Vicco von Bülow (Künstlername: Loriot) 1971 bei einer Autogrammstunde. KI erweitert. Foto: »Pacific11«, Flickr, CC BY 2.0, Informationen zu Creative Commons (CC) Lizenzen, für Pressemeldungen ist der Herausgeber verantwortlich, die Quelle ist der Herausgeber

Die mediale Groteske: Loriot wusste mehr, als er wusste

Die mediale Groteske: Loriot wusste mehr, als er wusste

#Gütersloh, 8. Oktober 2025

»Aber Sie müssen uns kennen, Herr #Wieben! Wir sehen schließlich jeden Tag die #Tagesschau!« – Loriots legendärer #Sketch war einst ein Musterbeispiel für bürgerliche Verwirrung. 2 Menschen, gefangen in der #Fernsehrealität, verwechseln #Rezeption mit #Beziehung. Man glaubte, man sei #Teil der #Medienwelt, nur weil man sie #konsumiert.

Heute wäre diese Szene keine Satire mehr, sondern Dokumentation. »Aber Sie müssen uns kennen, Herr #Zuckerberg! Wir sind schließlich ständig auf #Facebook

Und Herr Zuckerberg – als Chiffre für die gesamte digitale #Infrastruktur unserer Gegenwart – würde freundlich nicken. Denn er kennt uns tatsächlich: unsere #Vorlieben, #Kontakte, #Bewegungen, #Stimmungen, #Schlafzyklen und die #Lieder, bei denen wir sentimental werden.

Die #Groteske hat sich verkehrt. Früher war der Gag, dass Menschen glaubten, der #Bildschirm sehe sie. Heute sieht er wirklich. Wir haben die #Einbahnstraße des #Fernsehens in eine #Spiegelallee verwandelt. Aus der passiven #Glotze wurde ein aktives Gegenüber, das zuhört, speichert, bewertet und reagiert. Der mediale Raum ist kein Schaufenster mehr, sondern ein Panoptikum mit Wohlfühlbeleuchtung.

#Loriot lachte über das Missverständnis, man könne durch Anschauen Nähe erzeugen. Wir leben längst in der Fortsetzung dieses Missverständnisses – nur andersherum: Wir werden angeschaut, und das erzeugt Nähe, die wir gar nicht wollen.

Vielleicht wusste Loriot also mehr, als er wusste. Seine Figuren, verstrickt in höfliche #Konfusion und #kleinbürgerliche #Geltungssucht, waren #Vorboten unserer #Gegenwart. Der Unterschied: Heute ist niemand mehr verwirrt. Heute nennt man die Groteske einfach »#Algorithmus«.

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